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Industrie und Handel

Zentralbank in Russland registriert steigende Kapitalflucht

newsfromrussia.com/DE am 01.11.2011

Die Zentralbank in Russland stellte für das Jahr 2011 die Prognose einer steigenden Kapitalflucht, die nun allerdings von 36 auf 70 Milliarden US-Dollar korrigiert wurde. Festgehalten wurde dies in einem expliziteren Entwurf der Zentralbank in den Hauptrichtungen der Politik des Geldes und Kredites. Eingebracht wurde dieser Entwurf in das russische Parlamentsunterhaus, der Staatsduma.

Die Angaben der Zentralbank

Eine Stabilität und sogar eine Steigerung um 22,7 Milliarden Dollar sollen laut der Zentralbank bei den Währungsreserven vorhanden sein. So fand in den ersten neun Monaten diesen Jahres eine Anwanderung des Kapitals von 49,4 Milliarden Dollar statt. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es hingegen lediglich 14,3 Milliarden Dollar. Im Dokument der Zentralbank heißt es, dass die Abwanderung des Kapitals auf die veränderten Stimmungen der Investoren aus dem Ausland zurückzuführen sei. Der Hintergrund sei hierbei ein Anstieg der Instabilität auf der internationalen Ebene der Finanzmärkte. Das Wirtschaftsministerium und auch die Zentralbank in Russland waren sich Anfang Oktober 2011 darüber einig, dass sie mit einem Kapitalabfluss von etwa 50 Milliarden Dollar zu rechnen haben. Im Jahr 2010 betrug der Abfluss des Kapitals nach den korrigierten Angaben der Zentralbank in Russland 33,6 Milliarden Dollar.

Wo einheimische Investoren ihr Geld anlegen

Die Abwanderung des Kapitals ist jedoch nicht nur durch die veränderte Stimmungslage der Auslandsinvestoren zustande gekommen. Auch die einheimischen Investoren haben ihren Teil dazu beigetragen, so die russische Zentralbank. Sie gaben eindeutig den Aktiva aus dem Ausland den Vorzug. So ließen die einheimischen Investoren ihre Investitionen in diese fließen. Den Grund dafür sieht die Zentralbank in Russland darin, dass in der russischen Wirtschaft von den ansässigen Investoren ein ungünstiges Klima für ihre Investitionen gesehen wurde. Die ausländischen Aktiva hingegen besaßen mehr Attraktivität, so dass schlussendlich in sie investiert wurde. Trotz allem sind die Zentralbank und die Regierung Russlands, so der Vizefinanzminister Alexej Sawatjugin, besser auf eine Finanzkrise vorbereitet, als es bei der letzten der Fall war.


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